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Aprilgeschenke
Mittwoch, 1. April 2009Da der Vertrag zwischen YouTube und der GEMA Ende März 2009 ausgelaufen ist, die GEMA offensichtlich mehr Geld und größere Transparenz in der Verwendung des Repertoires der von ihr vertretenen Künstler fordert, hat YouTube nun alle Musikvideos auf der deutschen Website gesperrt. Wirklich alle? Nein, natürlich nicht. Nach einem ersten Testlauf kam ich zu folgendem Ergebnis: neuere Videos sind gesperrt, ältere durchaus noch verfügbar. Zunächst hatte ich die Hoffnung, dass nur die Mainstreammucke gesperrt sein würde, eben die Künstler, die die Geldmaschine auf Hochtouren laufen lassen, kleinere Bands und der Indisektor jedoch von der Sperrung nicht tangiert wären. So sind Videos von Animal Collective und MGMT genauso gesperrt wie solche von Britney Spears und Justine Timberlake. Die Momentaufnahme in Bezug auf Sperrung nach Aktualität erwies sich jedoch schnell als unzulänglich. Denn von manchen Bands sind nahezu alle Videos gesperrt und von anderen alle freigegeben. Das erklärt sich aus dem Umstand, dass YouTube ausschließlich nach einer Liste (Sperrlisten sind im Moment ja wirklich in) mit offiziell erkannten Musikvideos sperrt. Musikvideos, die als solche nicht erkannt wurden (oder noch nicht), werden folglich auch nicht gesperrt. Letzten Endes geht es aber mal wieder nur um Geld. Und wie die Welt meldet wurde lediglich ein wenig gepokert, um die Handlungspositionen zu bestimmen, der direkte Weg an den Verhandlungstisch sei aber schon geebnet. Na bitte!
youtube channels
Freitag, 30. Januar 2009Fernsehzappen war gestern – jetzt werden youtube channels gezappt!
Im Prinzip sind youtube channels nichts anderes als eine Repräsentation einer logischen Struktur zur sinngemäßen Videogruppierung. Sprich, ein Thema und dazu alle relevanten Videos. Dass diese channels aber zu ideologischen Werbezwecken seitens Politik, Religion oder Militär benutzt werden, ist eine mehr als interessante Abwechslung. Denn die hier gestalteten Inhalte bewegen sich irgendwo zwischen Indoktrination, Perversion und ideologischem Brutalmarketing – Inhalte, die im TV oftmals sofort zenziert werden würden.
Und sie können es doch!
Donnerstag, 11. Dezember 2008Klischee und Selbstvermarktung
Dienstag, 9. Dezember 2008Mein Chef bemerkte gestern (zu Recht), dass ich mein Augenmerk fortan mehr auf aktuelle, netzkulturelle Themen richten solle und bat mich, einen Artikel über Netzprominenz zu schreiben. Netzprominenz? Damit sind nicht etwa Prominente gemeint, die auch das Netz zur Prominenzsteigerung nutzen, sondern solche, die ausschließlich über das Internet zu Berühmtheit gelangt sind. Sprich, die Konditionen des Mediums stellen die Konditionen ihrer Berühmtheit. Doch was bedeutet das wiederum? Nach ersten Rechercheansätzen gelangte ich zu folgenden Schlussfolgerungen:
1. Netzprominente können wirklich gar nichts. Nicht singen, nicht tanzen, sie sind weder besonders humorvoll, noch erfreuen sie uns mit intelligenten, Diskurs anregenden Sichtweisen auf die Welt und deren schauspielerische Klasse bewegt sich irgendwo zwischen Trash- und Zombiefilm. (nichts gegen diese Genres!)
2. Die meisten Netzprominenten sind natürlich Züchtungen aus dem Land der unbegrenzten Unterhaltungsmöglichkeiten (nein, nicht China) und rekrutieren sich zumeist aus den Legionen gelangweilter, spätpubertärer Teenager, deren Existenz irgendwo zwischen Telefonorgien, Burger und Sozialnetzwerken verloren gegangen ist.
3. Weibliche Netzprominente entsprechen dem Klischeebild der lebenslustigen, künstlich gebräunten, platinblonden oder brünetten realitysoapb**ch, die zuvorderst darauf bedacht ist, ihr meist gut ausgewachsenes Dekolté in Szene zu setzen, also mit sexuellen Versprechungen zu kokettieren, die sie niemals zu erfüllen gedenkt und deren sinnloses Gelaber so hohl und langweilig ist, dass jeder männliche Zuschauer nach ca. dreißig Sekunden den Ton abstellt und darauf wartet, wann sie sich nun doch endlich ausziehen wird. Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.
4. Das ganze Konzept funktioniert so gut, weil die Massen dumm sind, und auch den letzten, minder produzierten Dreck gierig verschlingen.
So viel zur ersten Bestandsaufnahme. Bei diesen wenigen und kurz gegriffenen Polemiken könnte man es dann auch belassen. Dann stellt sich allerdings die Frage, ob abseits der sexistisch-arroganten, bildungsbürgerlichen Allgemeinplätze noch andere Deutungsmöglichkeiten Geltung erlangen können, und wenn ja, welche?




