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Wirre Welt der Produkte – Heute: Requiem auf die Frischmilch

Donnerstag, 26. Februar 2009

requiem_auf_die_frischmilch

Milchskandal!

Fängt gut an, oder? Der Vorfall mag älteren Datums sein, ist aber erst jetzt zu mir durchgedrungen. Und da ich eigentlich zu den Viellesern im Netz gehöre, finde ich es um so eigenartiger, dass ich bis jetzt nichts davon gehört habe. Wovon? Ach ja, kommen wir zum Sachverhalt. Frischmilch war einmal! Haben Sie sich auch schon seit geraumer Zeit gewundert, dass die soeben erstandene Frischmilch plötzlich nicht mehr eine Woche, sondern gleich einen ganzen Monat oder länger haltbar ist? Dieser kurze Aufmerksamkeitsruck befiel mich beim wöchentlichen Milchkauf nun schon sehr oft, doch erst gestern klärte mich ein Freund darüber auf, dass eine schwerwiegende Änderung im Herstellungsverfahren vonstattenging. Die “Frischmilch” die momentan über die Ladentheke großer deutscher Supermarktketten geht, ist sog. ESL-Milch (Extended Shelf Life), ein Produkt, was mittels zwei verschiedener Verfahren hergestellt werden kann: Mikrofiltration und Einfaches Hocherhitzen. Bei Zweiterem soll sich der Geschmack verändern und es zu Vitaminverlust kommen. Proteststürme folgten. Besonderes Problem ist hier, dass die mit diesem Verfahren hergestellte Milch nicht entsprechend gekennzeichnet ist und immer noch als Frischmilch verkauft wird. Das Produkt wurde also ohne entsprechende Aufklärung einfach durch ein anderes ersetzt. Zugespitzt lässt sich behaupten, dass lediglich die Verkäufer dabei gewinnen, da sie weniger Milch bestellen und, im Zuge der neuen Haltbarkeit, unverkaufte vernichten müssen. Der Konsument bleibt auf der Strecke. Sollten Sie also auch in Zukunft Frischmilch kaufen wollen, achten Sie darauf, dass diese traditionell hergestellt worden ist. Ansonsten kaufen Sie nämlich H-Milch im Frischmilchgewand. Verdammt cleverer Produktschwindel!

Weitere Informationen hier und hier.

tm

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