Artikel-Schlagworte: „Gesellschaftskritik“

Werbung / Teil IV

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Umfunktionierte Werbung

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Ein ähnlicher Widerstand gegen Werbung, wie seitens der RAP, ist das sog. adbusting. Hier wird allerdings die Kreativität zum Instrument des Protestes erhoben. Adbusting bedeutet bestehende Werbekampagnen umzufunktionieren, d.h. die Werbung bleibt als Grundlage oder besser als Folie bestehen, wird also nicht zerstört, sondern durch gezielte Veränderungen ihrem Sinn nach ad absurdum geführt und so zweckentfremdet, dass sich die eigentliche Intention der Botschaft gegen sich selbst richtet. Das Prinzip des adbusting stammt aus Amerika, kann grundsätzlich auf alle Medien angewendet werden und ist mittlerweile weltweit zu finden. Die adbustings selbst zeichnen sich durch ihre Vielfältigkeit aus: Von professionellen Designs und eigenen Werbekampagnen über Aktionskunst bis hin zu simplen Graffitis ist alles vertreten. Auch hierbei ist es wichtig den eigentlichen, durch die Werbung verschleierten Kern oder Subtext der Botschaft durch eine kreative Korrektur freizulegen. Eine große Rolle spielt dabei das Image großer Marken gezielt zu sabotieren. Das adbusting eine klar antikapitalistische Weltanschauung proklamiert und auf die unethischen Mechanismen einer Überfluss- und Überproduktionsgesellschaft aufmerksam zu machen gedenkt, die nicht nur sich selbst, sondern auch die in ihr lebenden Menschen (zumindest mental) zu verschlingen droht, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Kerninhalt der Bewegung ist ein angestrebter Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Informationen aufbereitet, ausgesteuert und auf diesem Wege Meinungen produziert werden. Die irritierenden und provozierenden Botschaften des adbusting zielen maßgeblich auf einen Prozess der Bewusstwerdung der Öffentlichkeit ab, der in einem kritischen Diskurs münden soll. Die erste Adresse für adbusting ist das kanadische Magazin http://www.adbusters.org/, von der aus sich das ganze globale Netzwerk der Bewegung erschließen lässt.

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Werbung / Teil III

Dienstag, 25. November 2008

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Eine ganz andere Auffassung von Werbung vertritt Yvan Gradis. Der Franzose ist ein selbst ernannter Werbungsgegner, der an vehementer Publiphobie leidet. Besonders die Plakatwerbung, in welche die höchsten Investitionen seitens französischer Unternehmen im internationalen Vergleich zu fließen scheinen, weckt seinen Groll. So gründete er 1992 die Bewegung Résistance à l’aggression publicitaire (RAP), die keine legalen oder illegalen Mittel scheut, um den Kampf gegen die visuelle Umweltverschmutzung an den weitläufigen Fronten des Großstadtdschungels aufzunehmen. Die illegalen Mittel beschränken sich dabei auf die Übermalung, Verfremdung und Zerstörung von Plakatwerbung, Aktionen, die am helllichten Tag und unvermummt stattfinden, als Geste des Protestes gegen die programmatische Heuchelei der Konsumgesellschaft.

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