Wandkunst

4. Juli 2009

Bestimmt schon eine Millionen Mal abgelichtet, und ich musste es heute auch machen. Das Tommy Weisbecker Haus ist in meinem Empfinden eines der schönst gestalteten Gebäude, die ich bisher gesehen habe. Unzählige Details und ein stetiger Wandel durch die löbliche Arbeit diverser Sprayer lassen das Haus, Erinnerungstätte, lebendiges Mahnmal, Zufluchtsort und Zukunft zugleich, in voller bunter Farbenvielfalt vor dem Auge des Betrachters aufgehen. Oft habe ich es in diversen Reiseführern bestaunt und heute stand ich mit einem Male davor: Einfach phantastisch.

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Vergiss mir nicht den Passwortschutz

3. Juli 2009

Ein sehr schönes Bild, gefunden auf Werbeblogger, was die Kompetenz der hiesigen Entscheidungsträger in Sachen Internet auf den Punkt bringt – beängstigend.

Einen schönen Beitrag habe ich noch auf zensur-blog gefunden, in dem die Folgen einer vollzogenen Selbstzensur, diesbezüglicher Berichterstattung und Reaktion auf diese (wiederum mit Zensur) besprochen werden. Wann sich die Politik in diesem Lande der meinungsbildenden, oder einfach rasant in Negativ-PR umschlagenden Kraft der Blogosphäre bewusst wird, bleibt weiter abzuwarten. In der Netzsperrendiskussion nahm man die Blogger und Datenschützer nicht ernst – vielleicht wird das aufgestaute Verärgerungspotential für Korrektur sorgen. Oder um es mit den klaren Worten von Michael Seemann zu sagen: “Wir werden die SPD (gilt nahezu für alle großen Volksparteien – Anm. des Verfassers) in einen Sturm aus Scheiße schicken. Sie hat sich nämlich selber zum Feind des Internets gekürt.”

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Alles ist Punk

2. Juli 2009

Da ich im Moment in unserer phantastischen Hauptstadt gastiere, deren buntes Treiben eine nahezu unversiegbare Inspirationsquelle bietet, habe ich beschlossen (auch zeitlich geschuldet), die Einflüsse zu spiegeln und eine Vielzahl kleinerer Netzfragmente zu posten.

Und es geht los mit einem Video, was den unumstrittenen Beweis erbringt, dass das Web 2.0 in Wirklichkeit Punk Rock ist.


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Fundstücke der Woche #10

27. Juni 2009

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Twitter als literarisches Genre

26. Juni 2009

Was lässt sich mit 140 Zeichen erzählen? Neben dem Gebrauch von Twitter als Mitteilungsdienst alltäglicher Nichtigkeiten und Werbeplattform, wird der Microbloggingdienst auch vom sog. seriösen Journalismus genutzt. Besonders hoch ist der Nutzen von Twitter einzuschätzen, wenn die herkömmlichen Kommunikationsmedien entweder versagen oder gesperrt sind. Außerdem bietet der Dienst eine wichtige Ergänzung zur Mainstreamberichterstattung, da hier Informationen von Augenzeugen unmittelbar und ungefiltert zugänglich gemacht werden können (siehe Iran). Doch eignet sich Twitter auch als literarisches Genre? Und welche Veränderung bringt der Einsatz des Mediums für den Autor mit sich? Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach literarischen Werken, die auf Twitter veröffentlicht werden. Durch die Beschränkung auf 140 Zeichen ist es naheliegend, das die klassisch kurzen Gattungen und Formen, wie Lyrik oder Aphorismen, in Tweets übersetzt werden. Der erste Lyrikwettbewerb mittels Twitter von literaturcafe.de und bod.de ist hierzulande schon erfolgreich gelaufen. Die Gewinnerin:

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Ein weiterer läuft noch bis zum 31. Juli. Thema hier ist die Arbeitswelt. Unter #litw #lda können so viele Beiträge eingereicht werden, wie man zu schreiben fähig ist. Mehr dazu auf dem Literaturblog Der Duft des Doppelpunktes.

Hier wirkt sich das Medium auch noch nicht auf die Konditionen des literarischen Schaffens aus. Bei einem epischen Konzept verhält es sich dem entgegen schon ganz anders. Die klassische Schreibweise und Stoffentwicklung eines Romans kann nicht auf Twitter übertragen werden, da jeder Tweet eine abgeschlossene Form in sich darstellt; will heißen, ein im weiteren Kontext des Romans sinnhafter Satz schwebte aus jenem herausgerissen als Tweet recht sinnfrei in der Leere. Auch kann es nicht daran gelegen sein, hunderte von Tweets pro Tag zu schalten, und die Listen der Folgenden damit vollkommen zu überfrachten. Ein Twitterroman muss also zum einen aus sinnhaft in sich abgeschlossenen Sätzen mit hohem Informationsgehalt bestehen und zum anderen trotzdem Anschlußstellen in beide Richtungen, zwecks Quereinstieg, bieten. So darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass der epische Tweet durchaus als anspruchsvolle Form Geltung erlangt, dem sich Laien nicht ohne Weiteres zuwenden können. Anders besehen bietet Twitter aber eine Unzahl an neuen Möglichkeiten für das literarische Schaffen. Dem Autor stehen zwar nur 140 Zeichen zur Verfügung, doch kann er mit Links arbeiten, so dass sich hier ein ganzer Kosmos an Querverbindungen etablieren lässt. Bilder, Videos, Podcasts oder eigens für die Geschichte angefertigte Spielereien lassen sich per Short-URL ganz einfach in die Geschichte einbauen und befreit selbige aus der Einengung reiner Schriftlichkeit: Die Geburt des intermediären Werkes.

Zwei Romanprojekte sind mir in vergangener Zeit aufgefallen. Zum einen das Projekt von Mathew Richtel, einem amerikanischen Autor, der für die New York Times tätig ist und eine Geschichte aus der Perpektive einer Prostituierten schreibt. Zum anderen versucht sich zur Zeit der Wiener Comicautor Harald Havas an einer Art Fantasy-Twitter-Roman. Das intermediäre Konzept konnte ich zwar bei keinem der beiden Autoren bis dato ausmachen. Doch lohnt sich der Nachvollzug allemal, da diese die Produktionskonditionen verstanden haben und mit zwei oder drei täglichen Tweets eine sinnvolle, quereinsteigerfreundliche und spannende Geschichte erzählen.

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