Twitter als Absatzmarkt

In unserer Agentur reden wir uns oft die Stimme heiser, wenn es um die Relevanz von Twitter im Marketing geht. Sicher, die deutsche Twitter-Community ist vergleichsweise noch klein und diese als wichtigen Absatzmarkt zu definieren, wäre zum jetzigen Zeitpunkt sicher übertrieben. Sprich, eine direkte und beträchtliche Gewinnmaximierung durch auf Twitter angebotene Waren ist noch nicht als direkte Folge am Einsatz des Mediums zu belegen. Jedoch handelt es sich hierbei um ein Medium, das stetig an Zuwachs und Einfluss gewinnt, mittels dieses sich demnach auch stetig mehr potentielle Käufer direkt ansprechen lassen. Obwohl nur eine Randnote, ist die kurze Geschichte der Indie-Rock-Musikerin Amanda Palmer sicherlich ein gutes Beispiel für die Verdienstmöglichkeiten, die Twitter in Zukunft in einem sehr viel weiteren Rahmen bieten wird. Die twitternde Musikerin hat es nämlich vollbracht, unter Einsatz von Twitter und wenigen fokussierten Aktionen 19.000 US-Dollar zu verdienen. Funktioniert hat das Ganze folgendermaßen:

Eines Abends startet sie einen Aufruf per Twitter, dem einige hundert ihrer Fans Folge leisten. Sie blödeln alle eine Weile miteinander herum und der sog. Mob kreiert noch am selben Abend die Idee eines T-Shirts mit dem Slogan:

palmer_shirt

Don’t stand up for what’s right, stay in for what’s wrong.

Bereits am nächsten Abend setzt ihr Webdesigner eine Site mit Shop auf, wo das T-Shirt mit besagtem Slogan dann gekauft werden kann. 200 Stück werden nahezu sofort verkauft.

Am nächsten Tag berichtet Palmer auf ihrem Blog über die Aktion und weitere 200 T-Shirts werden abgesetzt.

Einige Tage darauf startet die Musikerin eine Privatauktion, wieder per Twitter, auf der einige ihrer persönlichen Habseeligkeiten versteigert werden, und sie verdient innerhalb von drei Stunden 6.000 US-Dollar.

Zuletzt lädt sie per Twitter zu einem Geheimkonzert ein und verdient noch einmal 2.000 Dollar.

Unterm Strich hat sie mittels Twitter, Blog und einer schnell zusammen geschusterten Website und vier Aktionen (Fangespräch, T-Shirtverkauf, Auktion und Geheimkonzert), für die sie jeweils nur ein paar Stunden ihrer Zeit opferte, 19.000 US-Dollar verdient. Und alles ohne kostspielige Werbemaßnahmen, Managerkosten, Produktionsfirma.

Ihr Kommentar dazu:

Total made this month using twitter= $19.000.

Total made from 30.000 records sales= absolutely nothing.

Schöne Rechnung und ein sehr überzeugendes Argument für alle, die die Marktrelevanz von Twitter und Blogs immer noch nicht wahrhaben wollen.


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5 Kommentare zu „Twitter als Absatzmarkt“

  1. Twitter in der Universität | NEUSITE sagt:

    [...] Twitter als literarisches Genre und folgend die Relevanz des Microbloggingdienstes als neuer Absatzmarkt besprochen habe, geht es diesmal um den Einsatz von Twitter in der wissenschaftlichen Lehre. Das [...]

  2. Robert Jazze Niederle sagt:

    In den letzten 20 Jahren, so hört man, habe sich die Geschwindigkeit der Welt verdreifacht. Marktrelevanz von Twitter und Blogs seien unbenommen, aber können nicht alle Menschen, die einen Zugang zum Internet haben, mit Zweit-, Dritt- und Viertpersönlichkeiten ein Dauerfeuer an Desinformation starten. Ist der Missbrauch nicht das eigentliche Problem? Mein Name ist Robert Jazze Niederle, und ich finde im Netz Behauptungen über mich, die von völlig Fremden in die Welt gesetzt wurden. Ein Wahnsinniger hat mich sogar als Hauptdarsteller des Action-Films “Only An Apostate” positiv kritisiert, dabei war das 1983 eine eigene Kunstaktion.

  3. Alma Pötschke sagt:

    Tut mir leid, aber ich besitze die ungeschnittene Version von “Only An Apostate” mit Robert Jazze Niederle in der Hauptrolle. Schwer zu glauben, dass es zwei Männer dieses Namens gibt.

  4. Timo Maier sagt:

    Jedes neue Medium bringt positive wie negative Nutzungsmöglichkeiten mit sich. Ich persönlich halte Twitter für einen sehr guten Dienst, obwohl es – wie gesgt – vom Einsatz abhängig ist. Künstler können schnell und unabhängig auf sich aufmerksam machen und, wovon ja oben stehende Geschichte erzählt, unter Verzicht älterer Distributionsformen mit ihrer Kunst auch gut verdienen. Ich habe noch nie von erwähntem Film gehört, finde weder einen Eintrag auf imdb noch eine Website von Robert (Facebookpräsenz und diverse andere Einträge schon) Kann mir da jemand weiterhelfen?

  5. Crowdfunding auf PledgeMusic: Ein Idealfall verantwortungsbewusster Vermarktung | Social Media Detektiv sagt:

    [...] Anbieter direkt zum Kunden. Besonders in kulturellen Branchen, wie der Musikbranche, ist das ein großer Vorteil für die Künstler, da diese  durch den traditionellen Verkauf ihrer musikalischen Erzeugnisse auf Tonträgern [...]

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