Archiv für Juni 2009

Fundstücke der Woche #9

Freitag, 19. Juni 2009

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Eingraben?

Freitag, 19. Juni 2009

Ich halte es immer wieder für eine schöne und wertvolle Erfahrung, sich entspannt der Meditation vor einem Bild hinzugeben, zu sinnieren, im besten Fall sich darin aufzulösen. Ein geeignetes Bild zu diesem Zweck, scheint mir das von Nicolai Lorenzen zu sein. Der hat die Installation von Jonathan Kneebone anläßlich des Sculpture by the Sea-Festivals abgelichtet, die den treffenden Titel It wasn’t meant to end like this trägt. Es spiegelt wohl die momentane Stimmung sehr Vieler wider und wirkt (zumindest auf mich) erstaunlich unpretiös, ironisch und über sich selbst hinausweisend humorvoll.

******NICOLAILORENZEN.COM********

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Retrolook

Donnerstag, 18. Juni 2009

retrolook

Aus technisch nicht näher zu definierenden Gründen, haben wir für eine kurze Dauer auf den Standard-Wordpress-Look umgeschaltet. Das gewohnte Design wird in Kürze wieder an dieser Stelle erscheinen!

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Gemeinsam trauern wir um die Netzfreiheit

Donnerstag, 18. Juni 2009

gemeinsam_trauern_wir_um_die_netzfreiheitgemeinsam_trauern_wir_um_die_netzfreiheitHeute beschließt die Bundesregierung die Etablierung einer Zensurinfrastruktur in Deutschland (ich erwehre mich der offiziellen Betitelung “Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen”). Was die Politik hierzulande in den letzten Monaten dargeboten hat, ist mehr als nur ein schlichtes Trauerspiel. Es wurde auf eindrückliche und sehr beängstigende Weise deutlich gemacht, dass die demokratischen Entscheidungsstellvertreter lediglich Vertreter eigener Interessen und nicht im Mindesten an der politischen Partizipation der Bevölkerung interessiert sind. Die Meinung der 130.000 Petitionsunterzeichner wurde nicht ernstgenommen, ebensowenig wie die manigfachen Expertenwarnungen. Auch die Zer- und Widerlegung nahezu aller Argumente, ob nun statistische, technische oder moralische, die in aller Deutlichkeit das fadenscheinige Vorgehen der Regierung offenbarten, wurde lächelnd missachtet und mit einem leeren Formakt abgetan. Selbst als sich bereits im Vorfeld die dunkelsten Ahnungen der Ausweitung von Zensur weg von Kinderpornographie hin zu anderen Inhalten durch die Ankündigungen von diversen Copyrightlobbyisten, selbsternannten Moralhütern und Kirchenvolk bestätigten, ließ man es mit der Benennung dieser Personen und deren selbstgerechten Motiven als Einzelfallmeinungen bewenden. Immerhin, das Ganze nennt sich jetzt “Spezialgesetz”, ein fünfköpfiges Gremium, dem mindestens drei zum Richteramt Befähigten angehören sollen (tolle Formulierung) und die Beschwichtigung, zufällig auf von Stoppschildern gezierten Seiten Landende werden nicht strafverfolgt, geht als einer der faulsten Kompromisse in die Geschichte deutscher Gesetzgebung ein. Wer den traurigen Anlass nutzen möchte, um sich eine informative Grundlage jenseits polemischer Politkampagnen zu schaffen, empfehle ich die Artikel hier, hier und hier. Auch der folgende Beitrag von Zapp ist zu empfehlen, der die Thematik noch einmal gut aufgearbeitet (ingnoriert man mal die für ein Fernsehmagazin typisch reißerische Einleitung) zusammenfasst.


Die Frage, die nun bleibt, ist: Was tun? Wie können die Mitglieder der Netzgemeinde und harmlose Surfer sich effektiv schützen? Dieser Frage werde ich im Gespräch mit befreundeten Programmierern in nächster Zeit nachgehen, um über sinnvolle Schutzmaßnahmen vor “Denen” zu berichten, die uns schützen wollen. Die Regierungsargumentation würde mich somit schon in das Lager der Straftäter oder Straftaten Fördernden bannen. Verbriefte Freiheitsrechte innerhalb einer funktionierenden Demokratie sind eine schöne Sache, haben allerdings keinen Nutzen, wenn diese zum reinen Formalakt verkommen. Wer wundert sich da noch über Politikverdrossenheit und steigende Zahlen an Nichtwählern?

Jeder muss für sich selbst den Umgang mit einem Medium definieren, welchen Konditionen er sich untertänig machen möchte, welchen nicht. Ich für meinen Teil werde ohne gut funktionierenden Proxy gar nicht mehr im Netz unterwegs sein. Wieder einmal ist die außerparlamentarische Opposition gefragt, wie heute, im Zuge der Mahnwache gegen Internetzensur am Brandenburger Tor in Berlin.

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Von der Straße ins Museum

Dienstag, 16. Juni 2009

Ich habe mir eine kurze Schreibpause aufgrund wochenendlicher Geburtstagsfeierei (“Happy Birthday to me”) gegönnt und bin nun wieder mit frischen Berichten aus der bunten Netzwelt zurück.

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Voller Freude habe ich die Neuigkeit aufgenommen, dass ein von mir hoch geschätzter, kritischer Straßenkünstler, wie ich selbigen mal nennen möchte, seine erste Ausstellung in einem richtigen Museum hat. Banksy stellt im Bristol Museum aus. Vor nicht allzu langer Zeit ging der zwar sehr bekannte, aber den Medien in persona unsichtbare Stadtguerilla in Sachen Kunst noch auf dekonstruktivistische Raubzüge, veränderte, erweiterte und ersetzte den aktuellen Bestand der Museen durch seine Sicht auf die Welt. Nun darf man offiziell und vom Steuerzahler finanziert (wie Banksy selbst betont) gut 100 Stücke seiner neuesten Arbeiten bewundern, die, so drastisch, plakativ und bösartig sie zuweilen auch sein mögen, es doch nie an Ironie und Leerstellen mangeln lassen. Für mich persönlich gilt Banksy als einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler unserer Zeit, und ich möchte seine Arbeiten auf den Straßen und Mauern dieser Welt nicht missen.


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