Computertechnik als Weltverbesserer

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Photo: Dave Coba

Dass die moderne Computertechnik uns allen nutzt (oder es zumindest sollte) ist ja klar. Ich mein, ohne Computer wären wir heute immer noch wo? Anfang des 20. Jahrhunderts? Und seit dem hat sich eine ganze Menge getan. Unser Leben ist um vieles angenehmer und komfortabler geworden. Es ist auch sicherer geworden und es gibt auch Krankheiten, die man nur dank des Einsatzes von Computern behandeln kann. Man denke nur an so ziemlich jedes Bild gebende Verfahren im Krankenhaus (mit Ausnahme von Röntgenbildern, die können auch ohne hergestellt werden). Ultraschall, CT, MRT wären ohne moderne, Leistungsfähige Computer nicht, oder nur sehr viel schwieriger umsetzbar.

Außerdem gibt es einen unheimlichen Vorteil durch die internationale und interdisziplinäre Vernetzung. Das Internet alleine hat wahrscheinlich Millionen Menschen indirekt das Leben gerettet.

Aber diese Fortschritte sind alle direkt mit dem Einsatz von Computern und anderer IT verbunden und zumeist vom schnöden Mammon getrieben entwickelt worden.

Es gibt auch Ausnahmen: Diverse Grid-Computing-Projek, wie z.B. das von IBM ins Leben gerufene World Community Grid, haben den Hintergrund des Geldes nicht. Zumindest wenn man davon absieht, dass ein Konzern oder auch eine Gesellschaft dadurch natürlich an Prestige gewinnt und somit einfacher neue Kunden respektive Forschungsgelder bekommt.

Diese Projekte dienen z.B. der Erforschung neuer Heilmethoden oder Medikamente (WCG), der Suche nach außerirdischem Leben (SETI@home), der Suche nach Gravitationswellen (Einstein@home), der Verbesserung des Large Hadron Colliders (LHC@home) oder der schlichten Erstellung von digitalen Träumen (Electric Sheep).

Durch die immer größere Verbreitung von Computern haben immer mehr Computer immer häufiger nichts zu tun. Diese Idle-Time nutzen solche Projekte. Durch die Einbindung modernster Technik kommen dabei inzwischen unglaubliche Berechnungsgeschwindigkeiten zusammen. Zum Beispiel nutzt das Folding@Home Pojekt nicht nur die ungenutzte Zeit der CPU eines Rechners, sondern kann auch gleich die Grafikkarte und die unglaubliche Power einer Playstation 3 nutzen. Damit ist dieses Projekt das mit Abstand leistungsstärkste verteilte Rechnernetzwerk der Welt und steht als solches im Guinnes Buch der Rekorde. Zum Vergleich: Der schnellste Großrechner der Welt, der momentan (Liste vom November 2008) in der TOP500 verzeichnet ist hat eine maximale Rechenleistung von 1105 TFlops. Folding@Home kommt im Moment (Stand 04.06.2009) auf 4636 TFlops (nativ; vereinheitlicht sind das 8362 x86 TFlops). Und das ist noch nicht alles. Zu Spitzenzeiten kommen über 5000 native TFlops zusammen. Ein aktueller Desktop-Prozessor (Intel Core i7, 3,2 GHz) schafft ca. 0,0033 TFlops.

Hin und wieder gibt es aber dann auch die Dinge, die zwar durch Computer entdeckt bzw. für Computer entwickelt wurden, die aber gänzlich ohne Computer oder sogar Strom zur Verbesserung der Welt beitragen können. So kürzlich geschehen, als IBM Forscher ein besseres Verfahren zum Reinigen von Trinkwasser vorgestellt haben.

Ist doch schön, wenn man ganz nebenbei die Welt verbessern kann, oder?

ck

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