Bierwerbung

bierwerbung

Bier ist in aller Munde. Tolle Eröffnung! In aller Munde? Nicht Ganz, eher in den mänlichen Mündern und Kehlen. An Werbung lässt sich immer wieder sehr schön ablesen, wie es um so manche Allgemeinplätze und gesellschaftlichen Vorstellungen bestellt ist. So ist die überwiegende Zahl der Bierwerbungen meist dummdreist sexistisch, machohaft oder einfach nur blöd. Zwei schöne Beispiele sehen wir hier. Erster Spot bemüht sich um so etwas wie Gleichstellung männlicher wie weiblicher Verhaltensmuster im Moment ihrer Reaktionen. Leider wird hier nur das weibliche Kreischklischee auf die Männersphäre ausgeweitet und dabei heraus kommt ein Spot, der enervierender nicht sein könnte.


Und gerade das versaut die ansonsten schöne Idee. Was uns direkt zu dem nun folgenden Spoof führt. Dieser ist ein Paradebeispiel für die Rückkehr zu bodenständiger Männlichkeit. Da der Held des Spots allerdings auch den Zuschauer von den kreischenden Männertrinchen der vorangegangenen Werbung befreit, und so die Neven des Zuschauers an dessen statt rächt, muss diesem eine gewisse Sympathie zugesprochen werden.


Wenn sie mal eine wirklich sexistische Bierwerbung sehen wollen, dann viel Spaß mit diesem Spot. Der ist schon wieder so überspitzt und extrem, dass er mir wirklich Respekt abringt. Außerdem kann die Extreme der Übersteigerung schon wieder eine Lesart ironischen Gestus geltend machen und entlarvt dabei den eben vorhin angesprochenen inhärent sexistischen Gestus der Bierwerbung allgemein.


Frei von Sexismus (lässt man mal die Tatsache außer Acht, dass hier ausschließlich Männer zu sehen sind) ist der nächste Spot, der sich dafür in einer Gigantomanie sondergleichen übt und, mitels tonaler und textlicher Ebene, sich mit ironischer Selbstreflektion auf sich selbst zurück wirft.  – Eine meiner absoluten Lieblingsbierwerbungen!


Und um die Videoschau abzurunden, folgt ein Song, der mehr Laune auf den Genuss eines hellen Gaumenkühlers schafft, als alle Bierwerbung dieser Welt zusammen.


Share

Schlagworte: , , ,

Kommentieren