Just another brick in the wall
Damit Pink Floyd’s dunkle Bestandsaufnahme nicht zusehend auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitet wird, haben die beiden Schweizer Christoph Wachter und Mathias Jud beschlossen, einige Steine aus den virtuellen Mauern zu lösen, um die sich fester zuziehende Schlinge staatlicher Zensurmechanismen etwas zu lockern. Wie sie dies bewerkstelligen? Mit einem äußerst cleveren Programm.
Das Programm nennt sich Picidae, was lateinisch für Specht ist. Der Name orientiert sich an den sog. Mauerspechten, eine Bezeichnung aus dem Volksmund für jene Menschen, die ab 1989 anfingen, die Berliner Mauer zu bearbeiten und zu zerkleinern. Das Picidae-Projekt versucht nun, die Zensur von Websites zu verhindern, indem sie die Sperrung der Sites mittels Filter durch ein einfaches und äußerst effektives Verfahren umgehen. Die Filterprogramme, die zur Sperrung von Websites eingesetzt werden, orientieren sich maßgeblich an Zeichenketten. Taucht also zum Beispiel ein unerwünschtes Wort auf einer Website auf, erkennen dies die Filterprogramme und sperren daraufhin die Site. Der Picidae-Server erstellt nun ein digitales Abbild der betreffenden Site und übernimmt gleichzeitig alle Links und Elemente, die einfach über das Bild gelegt werden. Somit werden die Funktionsweisen der originalen Website übernommen, die Zeichenketten hingegen aber unsichtbar für die Filterprogramme und damit die Zensur umgangen. Eine geniale Initiative, an der sich jeder beteiligen kann. Für eine genauere Erläuterung der Funktionsweise einfach hier klicken.
tm
Schlagworte: Christoph Wachter, Kunst, Mathias Jud, Picidae, Zensur




1. April 2009 um 12:23 Uhr
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