Oh welch Überraschung: Journalisten nutzen Wiki ungeprüft!

journalisten_wiki_ungepruft

Dass der deutsche Journalismus (starke Verallgemeinerung) nicht gerade überfundiert im alltäglichen Recherchehandwerk verfährt, ist jetzt nicht gerade der Weisheit letzter Schluss. Und das Wikipedia nicht nur von Journalisten zur täglichen Faktenstützung im Entstehen begriffener Artikel herangezogen wird, sondern auch von Studenten zur wissenschaftlichen Recherche (übrigens auch von vielen Professoren ausdrücklich angeregt) genutzt wird, haut einen auch nicht gerade vom Hocker. An dem momentanen Wirbel um den zusätzlichen Vornamen unseres neuen Wirtschaftsministers und des daraufhin forcierten Schocks, dass so etwas in unserer sog. seriösen Presse möglich ist, ist eigentlich nichts besonders skandalös. In einem auf schnelle Veröffentlichungen konditionierten, profitorientierten Pressesystem sind solche unsauberen Recherchemethoden aufgrund des enormen Zeitdrucks nichts als eine logische Folge. Zwei Punkte sind hier für mich von Interesse, die sich wesentlich aus der Resonanz der Namensverlängerung ergeben. Zum einen scheint ein Großteil der Leserschaft tatsächlich von einer fundierten journalistischen Aufarbeitung seitens der von der Tagespresse veröffentlichten Artikel auszugehen, der aufgrund einer solchen Annahme auch ein gewisser Wahrheitwert zugesprochen wird. Zum anderen sollte man sich zunächst über den Entstehungskontext eines Textes und desselbigen Konditionen informieren, insbesondere, wenn es sich um einen Ihnalt der Massenmedien handelt, bevor man den Ihnhalt eines distribuierten Textes hinterfragt. Dies geschieht seitens der Leserschaft jedoch eher selten.

Aber wie bereits bemerkt, ist das alles nicht wiklich neu. Innerhalb eines Informationsschneeballsystems werden Fehler nun einmal rasend schnell übernommen. Hier noch zwei Verweise: 1. Wikinutzung von Journalisten und 2. Britische Wikifälschung.

Anmerkung: Die Meinungsbildung des verantwortlichen Redakteurs beruft sich ausschließlich auf im Internet gefundenen, in ihren Inhalten ungeprüften Artikeln.

tm

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