Die einfachen Wege der Gier
// Bislang über 200.000 tote Freunde, stopp // Die Zahl der Opfer steigt weiter an, stopp // Ein Ende der Katastrophe noch nicht absehbar, stopp // Schlimmste Facebook-Verwüstung aller Zeiten, stopp // Der Whopper ist unersättlich, stopp //
Unter dem eingängigen Namen Whopper Sacrifice hat die Fastfoodkette Burgerking zum eleminieren von Facebookfreundschaften aufgerufen. Der Lohn für zehn gegrillte Freunde: Ein Whopper. Umgerecht auf den US-Amerikanischen Whopperpreis von 3,69 Doller ergibt sich daraus ein Wert von 37 Cent pro Freund. Mit Hilfe eines kleinen Zusatzprogramms können die Facebookbenutzer ihre Freunde in Rauch aufgehen lassen und dafür ihre Bulette einheimsen. Die Kampagne ist auf Amerika beschränkt und nicht gegen, sondern zusammen mit Facebook konzipiert. Durch die Erstellung zahlreicher gefälschter Kontakte, die anschließend vernichtet werden und die Wiederaufnahme freundschaftlicher Bande mit echten, kriegen Burgerking und Facebook die Leute dazu, viel zusätzliche Zeit mit social networking zu verplempern und gleichzeitig eine Beschäftigung mit den Marken zu erzwingen – das eigentliche Opfer ist hier die Freizeit. Eine Kampagne, die das volle Potential viralen marketings auf der einen und die Gier der Menschen auf der anderen Seite auszunutzen weiß. Bislang sind der amerikanischen Freßsucht nach offiziellen Angaben über 210.000 Kontakte zum Opfer gefallen (Stand 16:25 Uhr). So humorvoll die Kampagne auch sein mag, aufgrund ihres gewalttätigen, martialischen Gestus halte ich die Idee, besonders aber ihre Resonanz, für ein wenig beängstigend.
tm
Schlagworte: Amerika, Burger King, Facebook, Kampagne, Sacrifice, virales marketing, Whopper



